Geschichte [Bearbeiten]
In den 1880er Jahren verkaufte der Preußische Staat nach persönlicher Intervention von Reichskanzler Otto von Bismarck 234 Hektar des Forstes Grunewald an die Kurfürstendamm-Gesellschaft, einem Bankenkonsortium, das sich zum Ziel gesetzt hatte, nach dem Muster der überaus erfolgreichen Villenkolonien Alsen
und Lichterfelde ein noch aufwändiger angelegtes Wohnviertel zu
errichten. Es entstand die spätere „Millionärskolonie Grunewald“. In
diesem Zusammenhang wurde auch der Kurfürstendamm ausgebaut und so entstand seit 1889 an seinem westlichen Ende ein neues nobles Wohnviertel, die Villenkolonie Grunewald.
Aufgrund
baulicher Vorgaben waren große Grundstücke erforderlich, die nur zu
einem geringen Teil bebaut sein durften. So entwickelte sich Grunewald
zu einer der wohlhabendsten Wohngegenden Berlins, obwohl die Villen
stilistisch sehr heterogen sind. Um 1870 wurden die künstlichen Seen
innerhalb der zur Glazialen Rinne der Grunewaldseenkette Seen Hubertussee(vorher Torffenn), Herthasee (Rundes Fenn), Koenigssee (Langes Fenn) und Dianasee (Diebsloch) ausgehoben und über artesische Brunnen mit
Wasser gefüllt. Sie wurden entlang des ehemals sumpfigen Geländes
angelegt. Man erreichte damit gleichzeitig zwei Dinge: Zum einen
beseitigte man damit Moorgebiete (Fenns), die man als Infektionsherde fürchtete,
zum anderen legte man gleichzeitig Attraktionen für die potenziellen
Bewohner an, da sich die Villen um die Seen gruppierten und die Seeufer
sowie die Hangbereiche frei von jeder Bebauung blieben und zu privaten
Garten- und Parkanlagen wurden. In großer Zahl wählten Unternehmer,
Bankiers, Akademiker und Künstler, oft jüdischer Religion, das
inzwischen attraktive Gelände zum Wohngebiet.
Bei der Eingemeindung nach Groß-Berlin 1920 wurden 6449 Einwohner in Berlin-Grunewald Landgemeinde und 507 Einwohner in Berlin-Grunewald Forstgutsbezirk gezählt.
Durch Bomben im Zweiten Weltkrieg gerissene Lücken wurden teilweise mit Nachkriegsvillen oder größeren Einfamilienhäusern gefüllt, teilweise aber auch mit profaner Mietarchitektur.
Berlin-Grunewald ist bis heute das teuerste Viertel des Berliner
Villenbogens, der sich im Südwesten der Stadt von Lichterfelde-West im Süden, über Dahlem und Grunewald bis nach Westend erstreckt.
Über den Bahnhof Grunewald besteht ein direkter Anschluss zur S-Bahn-Linie S7; von dort geht es in die Berliner Innenstadt bzw. stadtauswärts nach Potsdam.
Von diesem Bahnhof aus erfolgte während des Zweiten Weltkriegs seit Oktober 1941 die Deportation der Berliner Juden vorwiegend in östlich gelegene Konzentrations- und Vernichtungslager. Hieran erinnert seit 1998 das „Mahnmal Gleis 17“.
Zur Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Grunewald
Zu einstigen Mauerzeiten wurde der Grunewald, das größte Waldgebiet im Westen der Stadt, von Spaziergängern und Radfahrern förmlich überlaufen. Heute vergißt man manchmal, daß man sich inmitten einer Millionenstadt befindet. Zu beiden Seiten wird der Grunewald von Wasser gerahmt: im Westen von der Havel, im Osten von der Seenkette. Durchschnitten wird der Wald von der "Avus", der als Rennstrecke gebauten Autobahn, und der parallel liegenden Eisenbahntrasse. Nur am S-Bahnhof Grunewald, am Hüttenweg, am Fischerhüttenweg und am Schlachtensee kann man die Autobahn unterqueren.
An der Havel kann man auf ganzer Länge entlangradeln, immer wieder stößt man auf Wirtshäuser und Badestellen mit WC-Containern und Rettungsstationen.
Markanteste Punkte sind die Halbinsel Schildhorn mit einem Denkmal des Slawenherzogs Jaczo, der hier Schild und Horn an einen Baum gehängt haben und zum Christentum konvertiert sein soll, und der Grunewaldturm auf dem Karlsberg. Mit einer Fähre kann man auf die kleine Insel Lindwerder übersetzen.
Im Süden führt eine Straße auf die Insel Schwanenwerder, deren Ufer aber nicht zugänglich sind. Schon am Übergang zum Großen Wannsee lockt das Strandbad Wannsee, das größte Binnensee-Strandbad Europas, und von hier ist es nicht mehr weit zu den S-Bahnhöfen Wannsee und Nikolassee.
Nicht minder schön sind die Seen, die den Grunewald zur Stadt hin begrenzen. Vom S-Bahnhof Grunewald aus kann man an der gesamten Kette entlang bis zum S-Bahnhof Nikolassee radeln, aber natürlich führen auch von anderen U- und S- Bahnhöfen recht kurze Wege zu den Seen, an deren Ufern bei warmem Wetter Tausende von Ausflüglern ihre Decken ausbreiten.
Tolle wäre es auch:
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